{"id":168,"date":"2020-01-18T18:47:35","date_gmt":"2020-01-18T18:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/?page_id=168"},"modified":"2022-02-13T11:05:32","modified_gmt":"2022-02-13T10:05:32","slug":"ursprung-bidyttig","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/index.php\/infos\/ursprung-bidyttig\/","title":{"rendered":"Ursprung &#038; Bidyttig"},"content":{"rendered":"<div class=\"breadcrumbs align  wp-block-bcn-breadcrumb-trail has-text-color has-background\" vocab=\"https:\/\/schema.org\/\" typeof=\"BreadcrumbList\">\n\t<span><\/span>\n\t<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"ursprung-raere-ratsche\"><strong>Ursprung Raere \/ R\u00e4tsche<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/raere_1972_02_210004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-353\" width=\"384\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/raere_1972_02_210004.jpg 339w, https:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/raere_1972_02_210004-300x265.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Do e alemannischi Erkl\u00e4rig vo ere Raere, bzw. ebe uf Hochd\u00fctsch &#171;<em>die R\u00e4tsche<\/em>&#171;:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"ratschen-krach-als-narrisches-lebenselixier\"><strong>R\u00e4tschen &#8211; Krach als n\u00e4rrisches Lebenselixier<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em><span class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">(Quelle: &#171;S\u00fcdkurier&#187; vom 18.2.1998; aktualisiert durch den &#171;Narrenspiegel&#187; aufgrund eines Gespr\u00e4chs mit Franz Schirmeister, 2\/2001)<\/span><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4rm, was w\u00e4re die Fasnacht ohne L\u00e4rm? Wie ein Wasserfall ohne Rauschen, wie ein Gewitter ohne Donner. Ungeachtet des biblischen Hintergrunds des l\u00e4rmenden, von Gott abgewandten Narren, entspricht es offensichtlich einem menschlichen Urbed\u00fcrfnis, wenigstens hin und wieder mal &#171;so richtig auf den Putz zu hauen&#187;. L\u00e4rm w\u00e4hrend der Fasnacht ist aber auch der Ausdruck der Befindlichkeit des Narren, seiner Hochstimmung, und L\u00e4rm, zumal in Verbindung mit Musik, steigert das fasn\u00e4chtliche Gruppenerlebnis bisweilen in ungeahnte H\u00f6hen, manchmal zu einer wahren L\u00e4rmorgie. Krach wird da zum n\u00e4rrischen Lebenselixier. So kann sich auch Franz Schirmeister, seit 1948 (!) Narrenvater in Sipplingen am Bodensee und bereits mit der sechsten Narrenmutter &#171;verheiratet&#187;, eine Fasnacht ohne R\u00e4tschen gar nicht vorstellen. Und wer ihn n\u00e4her kennt, wird dies auch gewi\u00df verstehen, denn seine gro\u00dfe Leidenschaft gilt der Herstellung dieser Rasseln, oder, anders ausgedr\u00fcckt, Franz Schirmeister produziert mit Vorliebe Krach: einmal in die Hand genommen und richtig gedreht, erzeugen die R\u00e4tschen schlie\u00dflich ein schon von weitem nicht zu \u00fcberh\u00f6rendes ratternes Ger\u00e4usch, wenn ihre Holzlamellen \u00fcber das Zahnrad gleiten. Und dementsprechend haben die Sipplinger Narren auch sein handwerkliches Geschick gew\u00fcrdigt: &#171;De Franz ischt en B\u00e4schtler us Fleisch und Blut, auch heut no er \u00e4lle R\u00e4tsche mache duet.&#187;<br><br>Ihr Ursprung, so erz\u00e4hlt Schirmeister, ist im Weinanbau zu suchen: &#171;Dort hat man fr\u00fcher ja viel Krach gebraucht, um gefr\u00e4\u00dfige V\u00f6gel zu vertreiben.&#187; In anderer Funktion finden R\u00e4tschen au\u00dferhalb der Fasnacht auch heute noch beispielsweise in Sipplingen und anderswo Verwendung, wenn mit ihnen von Gr\u00fcndonnerstag bis zur Osternacht anstelle der an diesen Tagen schweigenden Kirchenglocken zum Gottesdienst gerufen wird. Zu diesem Zweck findet sich auch im Glockenturm der katholischen Kirche in Sipplingen eine gro\u00dfe Schirmaiersche R\u00e4tsche, ein Vorg\u00e4ngermodell war bereits im 19. Jahrhundert von seinem Gro\u00dfvater hergestellt worden.<br><br>Zu ihrer Herstellung benutzt der Narrenvater in erster Linie das Hartholz heimischer B\u00e4ume wie Kirsche, Birne, Zwetschge, Ahorn oder Eiche, welches zun\u00e4chst gelagert und getrocknet werden mu\u00df. Dann geht er in seiner eigenen Werkstatt daran, die unterschiedlichen Teile anzufertigen: Seitenplatten und Zahnr\u00e4der; Griff, Kopf und Federn sowie Verbindungsbolzen und Holzn\u00e4gel. Handwerkliches Geschick und ein gutes Auge sind schon n\u00f6tig, um exakt zu drechseln, zu hobeln und zu schleifen. Schirmeister: &#171;Die Teile d\u00fcrfen nicht verwechselt werden, die L\u00f6cher m\u00fcssen haargenau gebohrt werden, damit die Bolzen auch durchgehen.&#187; Die Lautst\u00e4rke der R\u00e4tsche wird mittels der Federst\u00e4rke reguliert: je st\u00e4rker, desto schwerer l\u00e4\u00dft sich sp\u00e4ter die R\u00e4tsche drehen und desto gr\u00f6\u00dfer ist der erzeugte L\u00e4rm. Wenn alles pa\u00dft und zusammengef\u00fcgt ist, ist noch eine Behandlung mit Lack erforderlich, um Schmutz abzuweisen. Fertig!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"bidyttig-raere-ratschen\"><strong>Bidyttig Raere \/ Ratschen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-top\" style=\"grid-template-columns:36% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"300\" src=\"https:\/\/raere-waggis.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/raere1985_02_25_0004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-357 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size\">Ratschen ist ein Brauch, der in katholischen Gegenden in der Karwoche gepflegt wird. Dabei ziehen Kinder (mancher Orts: Ministranten) mit h\u00f6lzernen Instrumenten durch die D\u00f6rfer,   um die Gl\u00e4ubigen mit unterschiedlichen Spr\u00fcchen an die Gebetszeiten und Andachten zu erinnern.<br><br><strong><em>Nach sehr aktuelle Informatione isch e Raere         Waggis emol e Ministrant gsi! <\/em><\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Der \u00dcberlieferung zu Folge schweigen n\u00e4mlich von Karfreitag bis Ostern die Glocken bzw. deren Zungen, die Kl\u00f6ppel, da sie alle nach Rom geflogen seien.<br><br>Es werden vor allem zwei L\u00e4rminstrumente verwendet: Die Ratsche ist ein Resonanzkasten aus Holz, der ungef\u00e4hr 30 cm lang ist und mit einer Kurbel bet\u00e4tigt wird. Dabei werden Holzleisten durch Nocken auf einer Walze in Bewegung gesetzt und ergeben dabei ein schnarrendes Ger\u00e4usch. Die Klapper ist ein H\u00e4mmerchen, das &#8211; \u00e4hnlich einer Handglocke &#8211; auf eine Holzleiste schl\u00e4gt und dabei ein klapperndes Ger\u00e4usch ergibt.<br><br>Der Brauch findet sich heute noch in Bayern, \u00d6sterreich, der Pfalz und im Rheinland \u2026<br><br><strong>\u2026 und natyyrlig an dr Basler Fasnacht!<\/strong><br><br>Der Begriff Ratschen ist in alemannischen und bairischen Dialekten aber auch eine Bezeichnung f\u00fcr eine Unterhaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ursprung Raere \/ R\u00e4tsche Do e alemannischi Erkl\u00e4rig vo ere Raere, bzw. ebe uf Hochd\u00fctsch &#171;die R\u00e4tsche&#171;: R\u00e4tschen &#8211; Krach als n\u00e4rrisches Lebenselixier (Quelle: &#171;S\u00fcdkurier&#187; vom 18.2.1998; aktualisiert durch den &#171;Narrenspiegel&#187; aufgrund eines Gespr\u00e4chs mit Franz Schirmeister, 2\/2001) L\u00e4rm, was w\u00e4re die Fasnacht ohne L\u00e4rm? 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